Erholung vom stressigen Reisealltag in Arequipa

Es war soweit – wir wollten nicht mehr weiter!

Allein der Gedanke daran einen neuen Bus zu buchen, eine neue Unterkunft zu suchen, die Rucksäcke zu packen und wieder mal zum Busbahnhof zu laufen, verursachte schlechte Laune.

Schon die letzten Wochen in Bolivien ging es uns so, aber wir sind doch immer weiter gereist, weil wir den tollen Ort, wo wir bleiben wollten, nicht finden konnten. Aber dieser Ort musste kommen, denn wenn Reisen keinen Spaß mehr macht, ist das Ganze wirklich rausgeschmissenes Geld…

Zurück in die Schule

Also haben wir etwas recherchiert und uns schließlich für Arequipa entschieden, die zweitgrößte Stadt Perus. Dort wollten wir länger bleiben, aber trotzdem etwas tun. Als Volontär zu arbeiten, hätte uns auch gefallen, aber für nur 2 Wochen ist es schwer, etwas zu finden. Also haben wir uns wieder für eine Sprachschule entschieden 😉 Das Sprechen läuft mittlerweile ganz gut, aber ein bisschen mehr Grammatik durfte es dann doch sein. 😉

Arequipa ist eine sehr beliebte Stadt um Spanisch zu lernen, weswegen es eine große Auswahl an Schulen gibt. Nach unserer Ankunft haben wir dann ein paar Schulen abgeklappert und uns schließlich für EDEAQ entschieden. Die Schule liegt super zentral und ist außerdem recht günstig. Einquartiert haben wir uns im Hostel Marlon’s House, etwa 5 Blöcke von der Sprachschule entfernt. Dort hatten wir ein Doppelzimmer (mit Schränken! Klingt banal, aber man fühlt sich glatt wie zuhause, wenn man mal seinen Rucksack komplett ausräumen kann 😉 ) und jeden Morgen gab es ein für Hostelverhältnisses exzellentes Frühstück!

Am Morgen ging es dann 1,5 Wochen für 4 Stunden in die Sprachschule. Danach rauchten uns erst einmal die Köpfe, aber wir hatten ja immer noch den ganzen Nachmittag um uns zu erholen, mit Familie und Freunden zu skypen, in eins der vielen tollen Cafés und Restaurants zu gehen oder Sightseeing in Arequipa zu machen.

Weißes Vulkangestein soweit das Auge reicht

Allein ein Spaziergang durch die schöne historische Altstadt mit ihren Gebäuden aus weißem Vulkangestein ist einen Besuch wert.

Aber auch ein Besuch des alten Klosters Monasterio Santa Catalina ist definitiv sehenswert, …

… ebenso wie die beeindruckende Basilika an der Plaza de Armas, …

… außerdem hat uns der zentral gelegene Markt San Camilo sehr gut gefallen. Dort bekommt man die leckersten Fruchtsäfte und beim Kauf von frischem Obst und Gemüse hat man zumindest nicht das Gefühl als Tourist total übers Ohr gehauen zu werden (anders als in Bolivien 😉 ). Überhaupt sind die Einheimischen den Touristen gegenüber sehr herzlich und zuvorkommend. Natürlich gibts auch allerhand Pülverchen und Lamaföten, die gegen/für alles mögliche sind oder Pachamama, Mutter Erde, gnädig stimmen.

Wanderausflug in wunderschöner Natur

Nach unserer entspannten und schönen Zeit in Arequipa ging es dann auch noch zu einem der Highlights der Region: dem Colca Canyon, der zweittiefste Canyon der Welt (der tiefste liegt nur wenig entfernt in Peru, hat allerdings eine schlechtere Infrastruktur).

Mit dem Bus fuhren wir also tagsüber von Arequipa nach Cabanaconde. Immerhin 6 Stunden hat die Fahrt gedauert, allerdings konnten wir dabei schon einen kleinen Einblick in die tolle Landschaft gewinnen. In Cabanaconde ging es nach einem leckeren Abendbrot im Hostel Pachamama früh ins Bett, denn am nächsten Tag klingelte der Wecker schon um 6 Uhr.

Um 7 Uhr waren wir dann auch schon auf den Beinen und starteten unsere Etappe nach Sangalle, einer kleinen Oase mitten im Canyon. Aber erst mal mussten wir runter! Über 1000 Meter ging es in den Canyon hinab, der an den tiefsten Stellen sogar 3269 Meter hinab führt. Mit Sonne und ein paar Wolken hatten wir traumhafte Ausblicke in den Canyon und konnten die Strecke, die auf der anderen Uferseite auf uns zu kam, von oben schon sehr gut erkennen. Nach 3,5 Stunden waren wir am Rio Colca und mussten diesen auch zwangsläufig über eine Hangebrücke queren, da auf unserer Seite kein Wanderweg mehr entlangführte. Weiter ging es also durch das Örtchen San Juan de Chuccho, wo wir auch mit einem Einheimischen ins Gespräch kamen (der überraschenderweise kurz hinter uns mit einer Machete aus dem Busch kam…). Unglaublich, dass die Menschen aus diesem Dorf ungefähr ein Mal in der Woche die 1000 Meter nach Cabanaconde mit ihren Eseln hochlaufen um Lebensmittel zu kaufen. Und wir regen uns manchmal schon auf, weil der nächste Supermarkt 10 Minuten zu Fuß weg ist…

Nach einem erneuten An- und Abstieg auf, bei denen wir die Dörfchen Cosñinhua und Malata passierten, erreichten wir nach circa 8 Stunden dann endlich die Oase Sangalle. Dort gibt es einige Unterkünfte mit Pools, weswegen der Ort als Zwischenstopp sehr beliebt ist. So haben wir es dann auch gemacht und uns in einem Hostel mit zugehörigem Pool den Nachmittag und Abend vertrieben 🙂

Am nächsten Morgen ging es dann wieder früh um 7 Uhr mit dem Wandern los. Denn wenn man in den Canyon absteigt, muss man diesen leider auch wieder aufsteigen… und genau das war an diesem Tag unser Ziel. Wir stiegen in 3,5 Stunden und 1000 Höhenmeter nach Cabanaconde auf. Der Aufstieg war schon ziemlich anstrengend, aber zum Glück hat an dem Tag die Sonne nicht so sehr gedrückt.

Gegen 11 Uhr waren wir dann also in Cabanaconde, haben noch ein leckeres Mittagsmenü gegessen und sind um 14:00  mit dem Bus nach Arequipa zurückgefahren.

Drei Tagen haben wir dann noch einmal dort unsere Batterien aufgeladen, bevor es weiter ging zu neuen Sehenswürdigkeiten: Cusco und Macchu Picchu 🙂

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