König Watzmann immer im Blick – Teil 3

Dieses Frühstücksbuffet sucht auf Hütten seinesgleichen! Toast, verschiedene Aufschnitte, Cornflakes, Milch, Joghurts, Obstsalat… sogar Apfelstücke und Gurkenscheiben, dazu Rührei und Bacon…

Der Charme einer Hütte geht natürlich ein bisschen verloren geht, wenn man in so einem Berghotel nächtigt. Aber morgens um 07:00, nach einer mehr oder weniger erholsamen Nacht und tagelangem Unterwegssein, war ich verdammt glücklich, einen frischen Apfel zu essen. Toll! Und ja, ein bisschen Genuss gehört halt zum Urlaub dazu. Leidensfähigkeit gut und schön, aber naja – immerhin heißt es hier auch gut & gehen 😉

Mitnehmen was geht

Der letzte Tag steckte mir noch in den Knochen. Muskelkater war quasi ein Dauerzustand. Aber es zeichnete sich ab, dass ich nur nicht mehr die Tour wie geplant beenden konnte, sondern nur noch zwei Tage hätte. Ab Samstag sollte das Wetter umschlagen und richtig fies werden. Keine gute Idee, da in den Bergen unterwegs zu sein. Die letzten beiden Tage würde ich auch eher durch Wald absteigen, wenn das dort nass ist… puh, nein. Lieber nicht! Also jetzt noch alles mitnehmen was geht.

Da der Weg von der Ingolstädter Hütte zum Riemannhaus nicht sonderlich lang ist, stieg ich am Morgen auf den Großen Hundstod. Der mächtige Aussichtsberg (2594 m), einer der markantesten Erhebungen der Gegend, liegt nördlich der Ingolstädter Hütte und am Rand des Steinernen Meers und ist in sportlichen 1,25 Stunden zu erreichen.

Der Aufstieg ist felsig, z.T. mit etwas Geröll, aber im Großen und Ganzen nicht schwer. Manchmal muss man schon die Hände benutzen und etwas Kraxeln, aber alles hält sich im Rahmen.

Mit jedem Höhenmeter, den ich gewann, eröffnete sich mir ein immer weiterer Blick ins Steinerne Meer. Dieses Karstplateau ist unglaublich, Steine wohin das Auge reicht. Man nimmt nur wenig Grün wahr, alles ist eine grau-blaue Mischung aus Fels und Morgendunst, irgendwo zieht die Morgensonne einen weißen Streifen in die Landschaft, darüber ewig blauer Himmel. Wow! Ich habe mich in diese unwirtliche Gegend richtig verguckt, hier kann man definitiv ein zweites Mal hinkommen.

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Am Gipfel war es sehr windig, zum Glück hatte ich – neben Schokolade – auch eine Windjacke in meinen kleinen Tagesrucksack gepackt, den man sich an der Ingolstädter Hütte leihen konnte. Ein echt netter Service. Die Teile waren zwar echt gebraucht, aber für Jacke, Getränk und Schoki reichten sie dicke aus. Damit war der Aufstieg geradezu ein Spaziergang 😉

Ich hatte den Gipfel für mich und genoss die Aussicht.
Im Nordwesten lugte das Wimbachgries noch gerade so hervor, die Schuttströme, die den Wald durchzogen, sahen von hier oben imposant aus. Daneben baute sich u.a. die Palfenhörner, die Loferer und Leonganger Steinberge auf, zwischen denen ich tags zuvor durch den Loferer Seilergraben hochkam. Die gesamte Süd- und Ostseite wurde vom Steinernen Meer dominiert, dass bis zum Horizont zu reichen schien, spitz zeigte sich die Schönfeldspitze als Blickfang. Und dann war da natürlich noch der Watzmann.
Er baute sich Richtung Norden auf, ich guckte direkt auf die Südseite, durch die ich zwei Tage zuvor abgestiegen bin. Ein imposanter Rundumblick und ein toller Abstecher zum Morgen!

Der Abstieg verlief schnell und so entschloss ich mich, auch noch dem Kleinen Hundstod einen Besuch abzustatten. Mitnehmen was geht 😉 Von der Hundstodscharte war das ein Abstecher von 10 min, dann stand ich schon am puristischen Gipfelkreuz mit integriertem Briefkasten, der definitiv aus einer Vorortsiedlung stammt und in dem das Gifpelbuch aufbewahrt wurde.

Die Aussicht war toll, Richtung Diessbach-Stausee hatte es wieder was von Kanada. Es war einfach ein schöner Morgen.

Zurück an der Hütte machte ich noch Rast auf der sonnigen Terrasse und hielt die Erlebnisse des Morgens im Tagebuch fest. Um kurz nach 11:00 brach ich Richtung Riemannhaus auf.

Volle Fahrt durchs Steinerne Meer

Was soll ich schreiben- Steine, Steine, Steine…
Mal groß, mal klein, mal plattig, mal geröllig, mal ging es durch Schluchten, mal hatte man eine super Weitsicht, mal rötlich, mal grau… Abwechslung pur! 😉

Die einzigen richtigen Konstanten auf der Strecken waren die Schönfelsspitze, die sich im Süden, in der Nähe meines Tagesziels, erhob und der Große Hundstod, dessen mächtiger, rundlicher Gipfel noch weit in meinem Rücken zu sehen war.

Selten sah man auch Grün. Ein paar Moose, Gräser und sogar mal kleine Bäumchen. Im nächsten Momente wieder war wieder alles grau – mir gefiel es richtig gut!

Die Sonne knallte an diesem Tag erbarmungslos von oben. Da im Karstgebiet typischerweise keine Quellen zu finden sind, ist man gut beraten, sich genügend Wasser mitzunehmen.

Der Weg ist zwar sehr gut markiert, aber davon abkommen möchte ich nicht. Man hat wohl kaum Anhaltspunkte, zurückzufinden, wenn man sich mal richtig verläuft, das könnte unangenehm werden. Handyempfang gibts natürlich eher nicht.

Schönstes Wetter und trotzdem wehmütig

Durch die Wettervorhersage war mir relativ schnell klar, dass mein weiterer Plan ins Wasser fällt. Ich wollte noch auf die Schönfeldspitze, zur Wasseralm und weiter zur Gotzenalm. Bei dem super Wetter, haderte ich mit der Entscheidung natürlich schon jetzt, aber ich wusste gleichzeitig, dass es das einzig Richtige ist, am Freitag abzusteigen und die Wanderung um zwei Tage zu verkürzen. Auch wenn es schade ist, die Berge laufen aber ja nicht weg, wie man so schön sagt…

Ich hatte deshalb überlegt, am gleichen Tag noch die Schönfeldspitze zu besteigen. Sie kam immer näher und ich fühlte mich eigentlich noch ziemlich gut. Die endgültige Entscheidung wollte ich beim Riemannhaus fällen. Das sah ich aber ewig nicht… Es ging bergauf, bergab, auf gleicher Höhe entlang, um Felsblöcke, durch Schluchten… „Langsam müsste es doch mal kommen…“, dachte ich mir mehrfach und so langsam rückte der Plan der Schönfeldspitze wieder in die Ferne…

Als ich das Riemannhaus dann endlich sah, lag es nur noch auf der anderen Seite einer kleinen Schlucht, bis zuletzt hatte es sich in dem Labyrinth aus Steinen versteckt…

Im Riemannhaus versacken

Ich bestellte eine Apfelschorle und ein Stück Kuchen – und versackte 😉

Die Schönfeldspitze gab ich auf. Auf der Terrasse war es schon so windig, dass Puderzucker eher auf meiner Jacke landete als das er auf dem Kuchen blieb und ich wollte mir gar nicht vorstellen wie es auf dem Gipfel war. Ich habe auch keinen Wegweiser gesehen geschweige denn gefragt, aber gute 2,5 Stunden hätte ich bestimmt bis oben gebraucht. 2 Stunden im Abstieg und ich wäre erst sonst wann wieder auf der Hütte. Das war mir zu unsicher, also verschob ich den formschönen Berg aufs nächste Mal!

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Den Abend verbrachte ich mit zwei jungen Frauen, die ebenfalls morgen notgedrungen absteigen wollten. Wir unterhielten uns, lernten zusammen für eine Bio-Prüfung vieles über Fische, Schnecken, Vögel, Käfer und Spinnen und fielen bald in unser Lager.

22:00 – wir schliefen schon lange – kamen noch zwei Mitschläfer. Großes Licht an, Rascheltüten auspacken, reden… So macht man sich beliebt…

Trotz alledem war die Nacht lang und erholsam!

Frühstücksmelancholie

Etwas melancholisch saß ich beim Frühstück. Dass ich nun zum Abstieg gezwungen war – bei bestem Wetter am Morgen – war schon echt schade. Ich bin gerade so in den Flow gekommen, der Muskelkater wurde weniger, ich hatte mich an die Morgen- und Abendroutinen in den Hütten gewöhnt… Und nun sollte es schon wieder vorbei sein.
Andererseits war ich dankbar, dass ich bisher so ein unverschämtes Glück mit dem Wetter hatte, das war wirklich große klasse. Im September in den Ostalpen kann man ja schlecht für 9 Tage stabiles Sommerwetter erwarten.

Meine Gefühle waren also gemischt. Ich schnürte zum letzten Mal die Stiefel, schraubte meine ungleichen Stöcke auf 125 cm und schulterte den Rucksack, dann ging es auch schon los.

Es war schön, dass ich heute mit Babsi und Manu zusammenlief, so wird mir der letzte Tag noch mal besser in Erinnerung bleiben. Solo wandern ist schön, es hat was Meditatives, man ist allein mit sich und seinen Gedanken. Aber die Begegnungen unterwegs sind nichtsdestotrotz für mich eine schöne und willkommene Abwechslung und wenn sich daraus Stunden oder Tage gemeinsamen Laufens ergeben, nehme ich das sehr gern mit – zumindest, wenn man auf der gleichen Wellenlänge ist 😉

Wie am Tag zuvor war der Morgen geprägt von – Steinen. Die Morgensonne gewann langsam die Oberhand und die Zwei, die mitten im Steinernen Meer biwakierten, wurden wohl auch langsam wieder warm.

Es wird grüner

Wir liefen tendenziell bergab, überall waren immer mal wieder grüne Flecken zu sehen.
Hinter einer Biegung stand plötzlich eine Schafherde vor uns, die auf dem schmalen Weg keinen anderen Ausweg sahen als vorneweg zu traben um bei der nächstmöglichen Verbreiterung zur Seite zu treten und uns passieren zu lassen – das dauerte nur ein Weilchen.

Langsam kamen wir an den Rand des Steinernen Meers und hinter einer kleinen Erhöhung schauten wir in ein grünes Tal, sahen Wald und einen entspannten Weg, der sich mitten durch schlängelte.

Ab hier kamen uns immer wieder Wanderer entgegen, die trotz der beschissenen Wettervorhersage zum Wochenende aufstiegen. Viele sogar mit Regenschirmen am Rucksack… Puh, das war bestimmt ein ungemütliches Wochenende…

Da ist er wieder, der König Watze!

Wir liefen den Waldpfad entlang – es war schön, nach all den Steinen, weichen Waldboden unter den Sohlen zu haben – und freuten uns schon auf eine baldige Rast am Kärlinger Haus. Zwischen den Bäumen lugte immer wieder der Watzmann hindurch, man hatte einen tollen Blick auf Süd- und Mittelspitze.

Bald sahen wir das Kärlinger Haus, das sich idyllisch im Funtensee spiegelte.

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Vorher gab es noch eine kurze Rast mit Bio-Lehr- und Anschauungsunterricht über den Blauen Eisenhut, die Giftpflanze des Jahres 2005. Da ist die Devise: Nur gucken, nicht anfassen. Sowieso nicht – klar – immerhin bewegen wir uns mittlerweile wieder in Deutschland und somit im Nationalpark. Aber darüber hinaus wollen wir den ja auch lebend wieder verlassen. Also – Finger weg vom Blauen Eisenhut, Kinder, auch wenn er noch so hübsch aussieht!

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Nach einer kleinen Rest am Kärlinger Haus ging es weiter, nach einem kurzen Anstieg, der Manus Blase an der Ferse gar nicht gut tat, ging es weiter mehr und weniger steil bergab Richtung Königssee…

Meiner Blase, die mittlerweile irgendwie den kompletten kleinen Zeh einnahm und seit die seit dem Watzmann-Abstieg mein Begleiter war, war es egal ob es hoch, runter oder geradeaus ging. Sie tat immer weh. Aber das schleift sich so ein und man gewöhnt sich dran…

Endspurt

Wir fragten uns schon die ganze Zeit wann denn nun die Saugasse kommt, in allen Tourenbeschreibungen war die ausdrücklich hervorgehoben.
Aber wenn man drin ist, merkt man es schon. Enge Serpentinen, die sich zwischen zwei mächtigen Felswänden in die Tiefe schlängeln. Nicht besonders steil oder schwierig, aber eintönig. 30 min lang ging es in immer den gleichen Bewegungen bergab. 20 Tippelschritte vorwärts, scharfe Rechtsdrehung, 20 Tippelschritte vorwärts, scharfe Linksdrehung… So ging das 30 min. Im Aufstieg sicherlich tatsächlich ein bisschen zermürbend…

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Im anschließenden idyllischen Waldstück ließen wir es uns wieder gut gehen und legten nochmal eine Pause ein, bevor wir uns die letzte Zeit im Abstieg vornahmen.

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Abwärts – mit der Aussicht auf ein Bad im See

Wir erwarteten hinter jeder Biegung und jeder Kuppe endlich einen Blick auf den Königssee, aber bis es so weit war, vergingen noch einige Biegungen und Kuppen.

Von der Aussicht auf ein kühles Bad im Königssee beflügelt, vergingen die letzten Höhenmeter wie im Flug. Die (z.T. sehr großen) Wandergruppen auf dem Weg zum Kärlinger Haus, taten uns jetzt schon ein bisschen leid. Zum einen hatten sie die Saugasse inkl. langen Waldanstieg noch vor sich, zum anderen sah das Wetter immer weniger einladend aus…

Unten am Ufer erblickten wir einen großes Strand auf einer Halbinsel, da ging es schnurstracks hin – und rein!

Wir waren natürlich nicht die einzigen mit der Idee und so war der Strand bald von Wanderern bevölkert, die ebenfalls das etwa 13°C kalte Wasser probieren wollten. Es war idyllisch. Nachdem man zuerst noch bis zum Knöchel im Wasser steht, geht es einen Schritt weiter gleich steil runter und man kann kaum noch stehen. So läuft das an einem der tiefsten Seen Deutschlands, eben kein Vergleich mit Lubmin in Meck-Pomm, wo man nach gefühlten 500 m immer noch ein trockenes Knie hat!
Schon cool, in einer solchen Atmosphäre ein Bad im See zu genießen, das war ein top Abschluss der Tour.

Bis St. Bartholomä waren es nun nur noch 15 min auf leichten Pfaden.

Ich bin quasi den ganzen Tag vorneweg gelaufen, jetzt ließ ich meine beiden Begleiterinnen ein Stück vor laufen und genoss noch einmal ein paar Momente für mich. Die Tour war nun wirklich vorbei und ich ein bisschen traurig.

Der obligatorische Kulturschock

Als wir unten waren (wo man zweifelsfrei ist, wenn die entgegenkommenden Ausflügler nicht mehr grüßen und man die Musik aus Biergarten hört), prallten die zwei Welten aufeinander. Nach einer einsamen, erholsamen und entspannten Woche in den Bergen, wird einem das hier sehr deutlich bewusst…

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Zu den Füßen der Watzmann-Ostwand ließen wir es uns nochmal bei einem Eisbecher im Biergarten gut gehen.
Auf dem Grat und in der Wand hingen jetzt schon einige Wolken, der Himmel war schon seit einiger Zeit mit einem einheitlichen grau bedeckt. Hoffentlich turnten zu dem Zeitpunkt nicht mehr allzu viele Leute oben rum…

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Wir liefen vom Biergarten zum Bootsanleger und fühlten uns, als hätten wir hier alles gesehen.

Wie dem auch sei, am Ende sind wir alle Touristen und jeder macht Urlaub, wie er das will.

Aber dass kein Aufenthalt in dieser Gegend ohne eine Fahrt über den Königssee bleiben kann, ist ja wohl klar… 😉

In Schönau angekommen wollte ich nach dem Bus nach Berchtesgaden schauen. Als ich mein Handy wieder Internet spendierte, kam es aus dem Vibrieren gar nicht mehr raus. Hätte ich doch nur auf den Fahrplan in der Haltestelle geguckt…

Abschluss

Babsi und Manu fuhren weiter bis Ramsau, wo ihr Auto stand, ich quartierte mich nochmals im Hostel über Burger King ein und lief ein bisschen durch die Innenstadt auf der Suche nach Lektüre, die mir das Wochenende nicht zu lang werden lässt. In Berchtesgaden fiel meine Wahl natürlich auf Alexander Hubers „Der Berg in mir“.

Schon am Abend im Hostel beschloss ich, nicht das ganze Wochenende in Berchtesgaden zu bleiben. Bei Sauwetter und einem zusammengeschusterten Alternativprogramm hatte ich wirklich keine Lust drauf…

Die Bahnfahrt nach Berlin war so spontan auch noch überraschend günstig. Zzgl. zur Montag gebuchten und dem Hostelaufenthalt natürlich… ähm, naja… Schwamm drüber 😉

Ich stand um 08:00 am Bahnhof und fuhr, immer noch melancholisch, im Regen über Freilassing und München nach Berlin.

Was bleibt?

Eine Blase, die mich Samstag früh kaum in den Stiefel einsteigen lies, ein kaputter, ein verbogener und ein neuer, aber funktionstüchtiger Trekkingstock, zurückgelassene Badelatschen auf dem Ingolstädter Haus, Muskelkater…
Wenn ich daran jetzt zurückdenke, muss ich fast schon schmunzeln. Wie immer, rückblickend waren die negativen Dinge natürlich alle halb so wild, die positiven wiegen deutlich mehr!

Ich hatte eine richtig gute Zeit, habe viel gesehen, bin netten Leuten begegnet, war in toller Landschaft unterwegs…

Ich hoffe, meine Begeisterung für die Tour ist im Bericht schon rüber gekommen. Es war wirklich spitze!

Ein nächstes Mal würde ich sicher anders planen. Gerade die anspruchsvolleren Etappen würde ich evtl. nicht mehr allein machen, nicht weil es mir zu gefährlich wäre, einfach der Motivation wegen. Ist man doch mal in einer kleinen Senke, ist es zu zweit viel leichter, dort rauszukommen. Ich habe halt den schönen Vergleich zwischen Hochkalter und Watzmann

Achja… Mit Wochengepäck einen Sportklettersteig machen, ist halt auch eine doofe Idee, das würde ich nicht nochmal machen.

Ansonsten bin ich richtig froh über die Tour, bin glücklich und dankbar, dass gerade an den Tagen, an denen es drauf ankam, das Wetter so gut mitgespielt hat. Dass ich nun zwei Tage verkürzen musste, ist natürlich schade, aber naja… Ich sehe es nicht mehr allzu kritisch.

Es war einfach richtig, richtig gut!

Das hier ist die Fortsetzung vom Teil 2 meines Berichts, in dem ich über meine Watzmann-Überschreitung und den anschließenden Weg über den Loferer Seilergraben ins Steinerne Meer zum Ingolstädter Haus schreibe.
Ich habe den Bericht – in ähnlicher Form – auch bei outdoorseiten.net veröffentlicht.

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